Freitag, 22. September 2017

HuK Pressemitteilung vom 27.6.2017

Kanzlerin: Ehe für alle ist doch christlich - Kauder und katholische Bischöfe im Abseits

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche zur Ehe für alle


Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Haltung zur Ehe für alle geändert.
Angesichts überdeutlicher Zustimmung in der Bevölkerung und bei allen möglichen
Koalitionspartnern will sie die Ehe-Öffnung im Bundestag zur
Gewissensentscheidung machen.

Dazu sagt Markus Gutfleisch von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und
Kirche (HuK):

Wir fordern seit langem die Ehe für alle, weil wir sie für zutiefst christlich
halten. Sie ist christlich, weil sie das Zusammenleben in lesbischen und
schwulen Partnerschaften als gleichwertig definiert und umständliche,
diskriminierende Sonderbestimmungen überflüssig macht.

Blockadehaltung unwürdig

Für uns ist die langjährige Blockadehaltung der Union, die seit 2005
Regierungspartei ist, unwürdig. Gesellschaftspolitische und theologische
Diskussionen hatten uns sehr ermutigt, zum Beispiel die Orientierungshilfe der
Evangelischen Kirche ?Zwischen Autonomie und Angewiesenheit ? Familie als
verlässliche Gemeinschaft stärken? Die Expertenkommission legte 2013 gute
theologische Argumente für eine Öffnung des Ehe- und Familienverständnisses
vor, wurde aber vom Rat der EKD ausgebremst. Innerhalb der Unionsfraktion hat
sich bisher nur eine kleine Gruppe für die Ehe für alle ausgesprochen.

Bleiben Gegner der Ehe für alle im Abseits?

Unionsfraktionschef Kauder, die Konservativen in der Partei und die katholischen
Bischöfe stehen mehr als je im Abseits. Mit ihrem kläglichem Widerstand gegen
gleiche Rechte, gegen neue theologische Sichten ist weiter zu rechnen. Solcher
Einfalt setzt die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche seit 40
Jahren gelebte Vielfalt entgegen. Kirchtürme, so sagen wir, müssen Menschen zur
Begegnung mit dieser Vielfalt einladen. Sie dürfen keine Macht- oder
Blockadeinstrumente sein. Die Deutsche Bischofskonferenz muss das Sehnen von
Lesben und Schwulen nach dem Segen Gottes für ihre Partnerschaften, die sie als
Ehe verstehen, ernst nehmen.

Gegen das Familien- und Gesellschaftsbild der Rechten

Das Hickhack verschiedener Parteien rund um die Ehe für alle irritierend.
Dennoch setzt es ein klares Signal gegen die AfD, die mit einem völlig
überholten Familenbild versucht, Wahlkampf zu machen. Eine klare Distanzierung
von diesem Familien- und Gesellschaftsbild ist christlich, da sind sich viele
von Linkspartei bis CSU einig. Wir hoffen, dass sich die katholischen Bischöfe
diesem Bündnis nicht verweigern.

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Weitere Auskunft:
Markus Gutfleisch, Pressekontakt Tel. 0151 112 63 998, presse@huk.org