Montag, 20. November 2017

CIR-Presseerklärung

zu der Verfolgung von  Pfarrer(inne)n, Kirchenvorständen und anderen Gruppen von Christ(inn)en, die sich im Kirchenasyl engagieren, durch die Justiz in Bayern.



Anlässlich unseres Regionaltreffens am 29.07.2017 in Nürnberg erklären wir:

Wir sind wir schockiert über die neue Verschärfung im Vorgehen der Justiz allein in Bayern. Hier werden die kriminalisiert, die Flüchtenden helfen, wie das christliche Gebot es verlangt: (1. Mose 1, 27, Matth 25, 35 ff,)  Das ist ein Skandal, den wir so nicht hinnehmen können.

Gemeinden und Gruppen von Christ(inn)en, die Flüchtlingen Zuflucht bieten, sehen sich durch ihren christlichen Glauben verpflichtet, Menschen vor einer Abschiebung zu schützen, wenn begründete Zweifel an einer gefahrlosen Rückkehr bestehen. Sie stellen sich zwischen die bedrohten Flüchtlinge und die Behörden, um eine nochmalige Prüfung des Falls zu erreichen und eine Abschiebung zu verhindern.

Die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche beruft sich auf die »Charta von Groningen« (1987), die fortgeschrieben wurde in der »Charta der neuen Sanctary-Bewegung in Europa« (2010).

Wir erinnern zugleich an die Verantwortung von  Kirchenleitungen der evangelischen Landeskirche und der römisch katholischen Diözesen. Sie müssen mahnend auf die bayerische Regierung einwirken, damit sie nicht mitschuldig werden.

Es hilft nicht, weiterhin mit diesen Regierenden auf stillschweigende Einigungen zu bauen und zu hoffen.


Wir sagen: Bis hierher und keinen Schritt weiter! Es muss ein klarer Schlussstrich gezogen und zum Ausdruck gebracht werden, dass bei Kriminalisierung der Hilfe für Flüchtlinge das Band der Verbundenheit zwischen  Christ(inn)en und anderen, die unbarmherzig handeln wollen, zerschnitten wird. Eine Tolerierung dieser menschenverachtenden Politik ist nicht mehr hinzunehmen.

Wir sagen „Nein“ zu einer Regierung und Justiz, die immer mehr ins „rechte Lager“ gleitet.
Wir sagen „Nein“ zu einer Partei, die mehr und mehr den Schutz von Hilfesuchenden verweigert.

Wer seine Heimat wegen Bedrohung durch Krieg und Terror verlässt, braucht uns und unser Engagement und darf deshalb nicht juristisch belangt werden! Kirchenasyl darf nicht kriminalisiert werden,
es ist eine letzte Möglichkeit für Menschen, willkürlicher Behandlung von  staatlichen Behörden zu entkommen und vor ungerechter Abschiebung geschützt zu werden.


Andreas Herr, Vorstand

Dr. Reinhard Gaede, Bundessprecher

 

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