Dienstag, 24. Oktober 2017

HuK Pressemitteilung

Gott segnet – Kirche sorgt sich

Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche fordert Segnung im Gottesdienst


Bischof Felix Genn von Münster hat einen gottesdienstlichen Segen für ein
schwules Paar in Emmerich untersagt. Dazu erklärt Markus Gutfleisch von der
Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK):

„Das bischöfliche Verbot, in einem Gottesdienst zwei Männer und ihre Liebe zu
segnen, ist ein Schlag für alle, die eine menschenfreundliche Kirche wollen.
Lesben und Schwule sind von Gott gesegnet. Bei Gott gibt es keinen Segen
zweiter Klasse, keinen eingeschränkten Segen. Die Arbeitsgruppe Homosexuelle
und Kirche kämpft seit 1977 für eine Öffnung der Kirchen gegenüber Lesben und
Schwulen. Papst Franziskus hat sich mehrfach gegen eine „kalte
Schreibtisch-Moral“ ausgesprochen. Im Dokument „Amoris Laetitita“ von 2016
forderte der Papst eine „respektvolle Begleitung“ der Kirche für Homosexuelle.

Leider ist das Verhältnis der katholischen Kirche zu Lesben, Schwulen,
Bisexuellen und Trans*-Menschen nach wie vor ziemlich gestört. Papst Franziskus
will diese Stagnation aufbrechen; er hat die Seelsorger ermutigt, neue Wege zu
gehen. Die Kirche muss eine Brücke zwischen ihrer traditionellen Lehre und der
respektvollen Begleitung bauen. Viele katholische Laienorganisationen fordern,
dass Segens- und Dankgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare dazu gehören
müssen. Theologisch gibt es keine überzeugenden Gründe, diesen Segen zu
verweigern. Der Segen Gottes gilt für alle, die in Liebe miteinander leben und
Gottes Beistand erwarten.

Die Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche fordert jetzt ein mutiges kirchliches
Umdenken, das Gemeinden, Seelsorger und die Kirchenspitze betrifft. In wenigen
Monaten wird das Bistum Münster Gastgeber des Deutschen Katholikentags sein.
Die Teilnehmenden des Katholikentags erwarten, dass der Gastgeber Flagge
zeigt.“

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Weitere Auskunft:
Markus Gutfleisch, Pressekontakt Tel. 0151 112 63 998, presse@huk.org