Dienstag, 24. Oktober 2017

HuK Pressemitteilung

40 Jahre Ökumenische Arbeitsgruppe
Homosexuelle und Kirche

Abschlussfeier für alle am 21.10.17 in Würzburg - Jubiläumsbuch „Aufgehende Saat“ erschienen


2017 ist für die Arbeitsgruppe Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. das Jahr des Feierns. Vorstandsmitglied Dr. Franz Kaern-Biederstedt erklärt: „Unser Jubiläum besteht aus drei Höhepunkten: Nach einem Festgottesdienst beim Evangelischen Kirchentag in Berlin laden wir nun zur Abschlussfeier in Würzburg
ein. Die Religionswissenschaftlerin Sabine Exner M.A. von der Ludwig-Maximilians-Universität München wird dort mit ihrem Vortrag „Positionen der HuK zu Lebenspartnerschaft und Ehe – ein historischer Überblick“ ein
zentrales Kapitel der kirchlichen und kirchenpolitischen Arbeit unseres Vereins beleuchten.“

Als dritten Bestandteil des Jubiläums hat die Gruppe das Buch „Aufgehende Saat“ herausgegeben. 26 Autor_innen schreiben von der Entwicklung der HuK, von Projekten, die sie angepackt hat, und von ihrer Präsenz seit 1977 bei Kirchentagen und Katholikentagen. Es geht um Themen, die christlichen Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*-Menschen noch heute unter den Nägeln brennen ,die Vielfalt der Beziehungsformen, evangelikal motivierte Homo-Heilungsversuche, die Anti-Gender-Bewegung bis hin zum christlich homosexuellen Leben in der DDR. Persönliche Lebensgeschichten im Spannungsfeld zwischen sexuellen Identitäten und Glaube ergänzen den Blick auf die Arbeit, die Menschen und Strukturen veränderte. Mit dem Sammelband dankt die Arbeitsgruppe allen, die in den ersten 40 Jahren Solidarität zeigten.

Paul Raschka, Vorstandsmitglied der HuK, sieht die Zukunft der Vereinsarbeit in der Kooperation mit befreundeten Gruppen im „Regenbogenforum – Christliche LSBTTIQ-Gruppen in Deutschland”.  Raschka gehört auch dort dem Vorstand an. Er zeigt sich erfreut: „Schon beim Festempfang in Berlin zum Jahrestag unserer Gründung machten Gäste aus Politik, Kirche, Gesellschaft und LSBT-Community ihre Sympathie für die HuK deutlich. Wir sind eine sichtbare Größe im christlichen Leben und in der Emanzipationsbewegung in Deutschland.“ 1977 war die Gruppe – ebenfalls beim Kirchentag in Berlin – von mutigen und kampfeslustigen Schwulen gegründet worden, die vielfach im Pfarrhaus oder an anderen Orten bei der Kirche arbeiteten und sich dort der Diskriminierung ausgesetzt sahen. „Seit langem sind in unserer Gruppe neben schwulen Männern
auch Lesben, Bisexuelle und Trans*-Menschen aktiv“, betont Raschka.

40 Jahre HuK haben vieles bewegt: selbstverständliche Teilhabe von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*-Menschen in christlichen Gemeinden, Segnungs- und  Traugottesdienste für homosexuelle Paare in den meisten evangelischen Landeskirchen. Die römisch-katholische Kirche tut sich noch schwer, zeigt aber von der Basis bis hin zu manchen Bischöfen Signale des Aufbruchs und Dialogs.

Das Jubiläumsjahr findet mit der Tagung in Würzburg einen Abschluss. In diesem Jahr spürt der Verein, dass er weiterhin gebraucht wird. „Unsere Gruppe bleibt anstößig, manchmal provokant, fordert neue Wege. Wir stehen aufrecht als Christ_innen in Kirche und Gesellschaft, manchmal in der Mitte, gelegentlich am Rand. Wir spüren, dass unser Handeln himmlischen Segen erfährt“, so die Bilanz von Dr. Franz Kaern-Biederstedt.

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Weitere Auskunft:
Markus Gutfleisch, Pressekontakt Tel. 0151 112 63 998, presse@huk.org
Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche
Infos zur Abschlussfeier in Würzburg:
www.huk.org/cms/upload/oeffentlich/dokumente/materialien_einladung-herbsttagung_2017-10-20.pdf
Infos zum Buch „Aufgehende Saat“:
www.huk.org/cms/front_content.php