Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ergebnisse Konferenz der Regenbogenkatholiken weltweit // Homosexualität und Kirche

Homosexuelle Handlungen sind eine Sünde - zumindest aus Sicht der katholischen Kirche. Das Global Network of Rainbow Catholics kämpft als weltumspannendes Netzwerk für Gerechtigkeit und Akzeptanz von Schwulen, Lesben und Bi-, Trans- und Intersexuellen in der katholischen Kirche. Unter dem Titel "Höre die gerechte Sache" kamen vom 30. November bis 3. Dezember 2017 knapp 100 Regenbogenkatholiken aus 35 Ländern in Dachau und München zusammen, um an ihrer Strategie für die Zukunft zu feilen.

Das Wochenende hat sich gelohnt: Das Global Network of Rainbow Catholics wurde am Samstag, den 2.12.2017 als offizieller gemeinnütziger Verein gegründet. Der Vereinssitz liegt -natürlich! - in Rom, denn vor allem hier muss Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Besonderer Fokus der Konferenz lag auf dem afrikanischem Kulturraum: in vielen afrikanischen Ländern ist der Alltag für LBGTI-Menschen lebensgefährlich. Das African Network of Rainbow Catholics formulierte während der Konferenz in aller Dringlichkeit eine Bitte an das weltweite Netzwerk, ihnen beim Vatikan Gehör zu verschaffen:

"Wir bitten das GNRC, den Papst und die römisch-katholische Kirche dazu zu bewegen, sich für die Gleichberechtigung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, intersexuellen und queeren (LGBTIQ) Menschen in der Kirche einsetzen.

Wir sind zutiefst beunruhigt, dass in über 70 Ländern weltweit gleichgeschlechtliche Liebesbeziehungen zwischen Volljährigen kriminalisiert werden. Ein Großteil dieser Länder befindet sich in Afrika. Auf homosexuelle Handlungen steht in Nigeria, Mauretanien, Sudan und in einigen Regionen Somalias die Todesstrafe. Verbrecherische Gesetze dieser Art - ganz gleich, ob sie in der Realität durchgesetzt werden oder nicht - tragen dazu bei, dass LGBTQI-Menschen täglich mit Gewalt und Verfolgung konfrontiert sind. Diese Gewalt reicht von gewalttätigen Übergriffen und Vergewaltigungen bis zu brutalen Ermordungen.

Erschütternd sind die Häufigkeit und die menschenverachtende Brutalität, mit der diese sexuelle und physische Gewalt gegenüber Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität ausgeübt wird. In vielen Fällen enden diese Übergriffe im Tod der Opfer.

Die katholische Kirche muss sich gegen Gesetze auszusprechen, die gegen die Achtung der Menschenwürde stehen und die Minderheiten unterdrücken, LGBTIQ-Menschen eingeschlossen."


Dem Aufruf des afrikanischen Netzwerks wurde zugestimmt, die Arbeit soll sofort beginnen.
Verantwortlich für die Koordination der nächsten Aktivitäten ist der neu gewählte Vorstand. Die Vorstandsmitglieder stammen aus allen Teilen der Welt:

  • Joanita Warry Ssenfuka, (Uganda), 35, Geschäftsführerin von Freedom and Roam Uganda
  • Brizan Ogollan (Kenia), 40, Geschäftsführer von Upper Rift Minority
  • Benjamin Oh (Australien), 36, Unternehmer
  • Joseanne Peregin (Malta), 56, Hausfrau und Aktivistin
  • Christopher Vella (Malta), 39, Historiker und Dozent
  • Ruby Almeida (Großbritannien / Indien), 69, Dozentin für Medien und Kommunikation
  • Francis DeBernardo (USA), 58, Geschäftsführer
  • Andrea Rubera (Italien), 52, Beauftragter für Diversity und Inklusion
  • Fernando González Bustos (Chile), 37, Marketingmanager
  • Die Doppelspitze bilden Ruby Almeida und Christopher Vella.

Eine stärkere Repräsentanz von Frauen und Transgender-Personen wünscht sich auch das GNRC: Unter den 89 Teilnehmern auf der Konferenz waren nur 19 Frauen und 1 Transgender-Frau vertreten.
Haben Sie Fragen? Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

Herzliche Grüße,
Das Presseteam von Global Network of Rainbow Catholics

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