Freitag, 20. Juli 2018

Deal mit der Piusbruderschaft

IKvu zum bevorstehenden Deal mit der Piusbruderschaft: Nur die Spitze des Eisbergs.  Veranstaltungen beim Katholikentag zu Rechtskatholizismus.

 

Frankfurt am Main, 13. Mai 2012

 

Schon vor der Beratung der vatikanischen Glaubenskongregation über die Wiederaufnahme der Piusbruderschaft am 17. Mai 2012 zeichnet sich ein Deal zwischen Vatikan und Bruderschaft mit weitreichenden Konsequenzen ab.

 

2009 führte die Rehabilitierung des "Holocaust"-Leugners Bischof Williamson und der Piusbruderschaft zu weltweiten Protesten und machte dem Vatikan die Grenzen dieses traditionalistischen Kurses deutlich. Der sich nun zwischen Rom und den Pius-Brüdern abzeichnende Kompromiss der Einrichtung einer "Personalprälatur" wäre eine weitere kirchenpolitische Fehlentscheidung mit fatalen Folgen: Die Bruderschaft würde wie das "Opus Dei" direkt dem Papst unterstehen und könnte so unabhängig und unkontrolliert von jeglicher diözesanen Kirchenstruktur agieren.

 

"Es wäre völlig naiv anzunehmen, diese Priesterbruderschaft hätte sich in den letzten drei Jahren gewandelt und würde nun Glaubensfreiheit, Ökumene und Interreligiösen Dialog auf ihre Fahnen schreiben", so Bernd Hans Göhrig, IKvu-Bundesgeschäftsführer.

 

"Es geht hier um einen Deal, bei dem beide Seiten gewinnen: Der Papst beendet ein Schisma und erzielt einen Prestigegewinn - und die Bruderschaft gewinnt Handlungsfreiheit zurück. Demokratiefeindlichkeit, Antisemitismus und Hass auf Homosexuelle werden jedoch auch weiterhin das interne Klima dort prägen. Eine Gruppierung, die die Menschenrechte leugnet, Juden als Gottesmörder tituliert und ähnlich Widerwärtiges standardmäßig verkündet, entzieht sich jedoch selbst der Kirchengemeinschaft. Sie kann nicht Teil der römisch-katholischen Kirche sein."

 

Die Piusbruderschaft ist jedoch nur die Spitze eines Eisbergs: Sie ist Teil der gerade von diesem Papst und seinem Vorgänger Johannes Paul II. seit den 80er Jahren geförderten traditionalistischen Richtung und verfügt mit Opus Dei, Communione e Liberazione, Jugend 2000, den Legionären Christi u.a. auch über feste Strukturen in der Bundesrepublik.

 

Auf dem Katholikentag in Mannheim finden dazu drei Veranstaltungen im Programm von IKvu, Leserinitiative Publik / Publik-Forum und Wir sind Kirche statt:

 

In der Evangelischen Johanniskirche (Rheinaustraße 19):

Freitag, 18. Mai, 17.30 - 19.00 Uhr

Kreuzzug gegen die Moderne: Rechtsfundamentalismus in der katholischen Kirche

Mit dem Theologen David Berger, der nach seinem Outing als Homosexueller als Dozent der Päpstlichen Akademie des heiligen Thomas von Aquin entlassen wurde, und dem Publizisten und Opus Dei-Experten Peter Hertel.

 

Freitag, 18. Mai, 19:30 - 21:30 Uhr

»Im Namen des Kreuzes«

Der »Tatort«-Autor Peter Probst stellt seinen neuen Krimi zu sexueller Gewalt und Fundamentalismus in der römisch-katholischen Kirche vor. Lesung und Gespräch mit Pater Klaus Mertes SJ, der als Rektor des Canisius-Kollegs sexuelle Gewalt an ehemaligen Schülern öffentlich machte.

 

Außerdem im Kino Cineplex Planken (P4,13):

Freitag, 18. Mai, 19:30 - 21.00 Uhr

„Teufels Werk und Gottes Beitrag“: Ein Kinofilm über Exorzismus

anschließend ab 21 Uhr

Filmgespräch über den Vatikan und die Teufelsaustreibung

mit Prof. em. Hermann Häring und dem Filmregisseur Helge Cramer.


Kontakt zur IKvu
Bernd Hans Göhrig, Frankfurt am Main
Mobil 0179 – 52 44 075
E-mail: presse@ikvu.de

 

Kontakt zur Leserinitiative Publik e.V.
Thomas Wystrach, Oberursel
Mobil 0174 – 96 70 25 6
E-Mail: lip@publik-forum.de

 

Kontakt zur Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“
Christian Weisner, Dachau
Mobil: 0172 – 51 84 08 2
E-Mail: presse@wir-sind-Kirche.de


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Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 35 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der Befreiungstheologie.

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