Samstag, 23. September 2017

Vortrag und Gespräch

Kirche im Konflikt

Der Aktionskreis Halle, die Amtskirche und die Staatssicherheit in der DDR

 

Vortrag und Gespräch
mit Dr. Sebastian Holzbrecher und Joachim Garstecki

Moderation: Dr. Uwe-Karsten Plisch
 
5. Mai 2015, 19:30 Uhr
Haus am Dom, Frankfurt am Main
Eintritt 4,- € / ermäßigt 3,- €
 

Der Aktionskreis Halle gründete sich 1970 in Halle (Saale) mit der Forderung, die Beschlüsse der 2. Vatikanischen Konzils vor allem mit Blick auf kirchenpolitische Mitbestimmung umzusetzen. Mit Briefsendungen an 600 Adressaten und vier Jahresversammlungen wuchs der AKH in den Jahren danach zur wichtigsten katholischen Oppositionsgruppe in der DDR an – und ist bis heute aktiv.
Mit seinen gesellschafts- und kirchenpolitischen Forderungen wurde der Kreis allerdings ein Störfaktor – sowohl für die Staatssicherheit als auch für die katholischen Bischöfe.
Von 1984 an verstärkte die Stasi den Druck bis hin zu konkreten Repressalien. Hilfegesuche an offizielle Kirchenvertreter wie den damaligen Berliner Bischof und späteren Kölner Kardinal Joachim Meisner verhallten ungehört.
Im Gegenteil: Anstatt den Kreis zu unterstützen, setzte sich die Haltung des Magdeburger Bischofs Johannes Braun durch, der AKH gehöre nicht zur Kirche. Im Konflikt zwischen Eigeninteresse und Loyalität den Verfolgten gegenüber entschieden sich die Bischöfe für einen „kooperativen Antagonismus“ (Holzbrecher) mit der Staatssicherheit.
 
Der Kirchenhistoriker Sebastian Holzbrecher hat die Verantwortung der Kirche für den staatlichen Terror gegen die Mitglieder des AKH differenziert aufgearbeitet. Joachim Garstecki, 1972 - 1985 im Sprecherkreis des AKH und späterer Generalsekretär von Pax Christi, ergänzt dessen Arbeit als Zeitzeuge.


Download: » Flyer

 
Veranstalter
Katholische Akademie Rabanus Maurus
Initiative Kirche von unten (IKvu)


 

Joachim Garstecki