Samstag, 23. September 2017

IKvu-Veranstaltung

16.10.2015 Dompfarrsaal, Domplatz 12, 60311 Frankfurt am Main

Prof. Dr. Mouhanad Khorchide im Gespräch mit Prof. Dr. Joachim Valentin, Direktor des Hauses am Dom.

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Mouhanad Khorchide: Mit dem Islam zu einem neuen Humanismus

Gott ist der absolute Humanist. Davon ist der Islamische Theologe Mouhanad Khorchide überzeugt. In seinem neuen Buch Gott glaubt an den Menschen lenkt der Autor den Blick auf einen Gott, der den Menschen in seiner Freiheit uneingeschränkt ernst nimmt. Khorchide ist sich sicher: Wir dürfen „in der Welt“ nichts absolut setzen, das kommt allein Gott zu. Stattdessen benötigen wir einen globalen Humanismus, der die Menschen als weltumspannende Familie würdigt – und der Islam kann mit seinen ureigenen Quellen einen entscheidenden Beitrag dazu leisten. Der Theologe zeigt, dass der Koran zum kritischen Hinterfragen vorhandener Herrschaftsstrukturen ermutigt. Der Koran wolle vor falschen Loyalitäten warnen, die Menschen anstacheln, zu töten, zu entwürdigen, zu diskreditieren. Dem „Sich-Verschließen“ setzt Khorchide eine humanistische Haltung entgegen, die Passivität und Bevormundung ablehnt. Es gehe darum, sich eine Haltung anzueignen, die zu freiem und verantwortlichem Handeln führt.
 
Mouhanad Khorchide, geb. 1971 in Beirut, aufgewachsen in Saudi-Arabien, studierte Islamische Theologie und Soziologie in Beirut und Wien, wo er mit einer Studie über islamische Religionslehrer promovierte. Seit 2010 Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Münster.