Mittwoch, 13. Dezember 2017

TAGUNG: Rohstoffe und Energie in Südafrika

Probleme, Alternativen und die Rolle Deutschlands

9. und 10. Juni 2017 CJD Bonn, Graurheindorfer 149, 53117 Bonn
 
Das Massaker an den Minenarbeitern von Marikana, das 2012 weltweit für Entsetzen sorgte, ist aus den Schlagzeilen längst verschwunden. Doch die Grundproblematik hat sich nicht wesentlich verändert. In Platin-, Gold- und Kohleminen werden weiterhin nicht nur Arbeitsrechte massiv verletzt. Wasserverseuchung, Luftverschmutzung und Vertreibungen führen nach wie vor zu systematischen Menschenrechtsverletzungen in den umliegenden Gemeinden. Auch im Umfeld von Kohlekraftwerken und anderen Megaprojekten zur Energiegewinnung finden sich gehäuft menschenrechtliche Risiken für die betroffenen Gemeinden. Umweltauswirkungen, Klimawandel und Menschenrechte sind dabei in einem engen Zusammenhang zu betrachten.

Laut den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte haben Unternehmen im In- und Ausland bei ihren Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette Verantwortung für die Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten. Im Fall von Südafrika tragen deutsche Unternehmen, als Importeure von Platin und Kohle und Exporteure von Kohletechnologie eine Mitverantwortung für die ökologischen, sozialen und menschenrechtlichen Implikationen ihres wirtschaftlichen Handelns.  Ebenso die Bundesregierung, die durch Außenwirtschaftsförderung u. a. den Bau der beiden Kohlekraftwerke Medupi und Kusile unterstützt.
 
Auf der Tagung berichten Expert_innen südafrikanischer und deutscher Nichtregierungsorganisationen und sozialer Bewegungen anhand konkreter Fälle über ökologische und menschenrechtliche Probleme im südafrikanischen Rohstoff- und Energiesektor und analysieren, inwiefern Unternehmen und Regierungen ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen eingehalten oder diese verletzt haben. Zugleich stellen sie alternative Visionen und Praxisbeispiele zu einer zukunftsfähigen Transformation vor, die den Menschen und der Umwelt gerecht werden. Im Kontext des Klimaabkommens von Paris, des deutschen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte und der deutsch-südafrikanischen Energiepartnerschaft werden überdies Möglichkeiten diskutiert, wie Deutschland einen positiven Beitrag zu dieser Transformation leisten kann.

Wir laden Sie herzlich ein mit den Expert_innen zu diskutieren und freuen uns über ihre Teilnahme! Das komplette Tagungsprogramm finden Sie hier.
 
(KASA, KOSA, Brot für die Welt, Misereor, MÖWe und Südafrika Forum)