Montag, 20. November 2017

„In der großen Politik fehlt Europa!“ 

Eugen Kogon und die Vereinigten Staaten von Europa

 

Tagung zum 30. Todestag von Eugen Kogon
10. und 11. November 2017
Haus am Dom in Frankfurt am Main


mit Dr. Michael Kogon, Prof. Dr. Dietmar Herz (Willy-Brandt-School of Public Policy Erfurt), Dr. Dominik Rigoll (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam), Prof. Dr. Jens Steffek (TU Darmstadt) u.a.

 
Eugen Kogon (1903 - 1987) gilt als einer der intellektuellen Gründerväter der Bundesrepublik Deutschland. Er zählt zu den Gründern der hessischen CDU und gab seit 1946 zusammen mit Walter Dirks die Frankfurter Hefte heraus. Als bekennender Linkskatholik ist er auch einer der Stichwortgeber für die Initiative Kirche von unten. 1951 erhielt er den ersten Lehrstuhl für Politikwissenschaft in der Bundesrepublik an der damaligen TH Darmstadt, den er bis zu seiner Emeritierung 1968 als ordentlicher Professor innehatte.

Bis in die 70er Jahre hinein zählt er zu den wichtigen Intellektuellen in Hessen mit bundesweiter Ausstrahlung. Für seine Verdienste um das Land Hessen erhielt er 1982 als erster Preisträger den Hessischen Kulturpreis. Heute erinnern der Eugen Kogon-Preis der Stadt Königstein und die Eugen Kogon-Lectures an der TU Darmstadt an ihn.

Eugen Kogon und sein Engagement für die europäische Vereinigung

In seinem Engagement für die europäische Vereinigung – er war 1949 bis 1953 Präsident der Europa-Union – zählte ihn Alfred Grosser zusammen mit den Widerständlern Henri Frenay und Altiero Spinelli zu den drei eigentlichen „Schöpfern von Europa“. Angesichts der Krisenphänomene innerhalb der Europäischen Union lohnt es sich, Eugen Kogons Engagement für die „Vereinigten Staaten von Europa“ aktualisierend in den Mittelpunkt zu stellen: Die Absage an Nationalismus und Nationalstaatlichkeit als Ergebnis der Erfahrungen der faschistischen Phase und die inhaltliche Profilierung eines neuen Europa, das Integration an die Stelle von Souveränität zugunsten eines zu entwickelnden europäischen Bewusstseins setzen sollte.

Im Rahmen der Tagung sollen neuere Forschungsansätze Berücksichtigung finden und Perspektiven der weiteren europäischen Entwicklung diskutiert werden. Die Kooperation mit dem Institut für Politikwissenschaft der TU Darmstadt richtet sich gezielt an Studierende der Politikwissenschaft.
 
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Kooperationspartner:
Hessische Landeszentrale für Politische Bildung
Initiative Kirche von unten (IKvu)
Institut für Politikwissenschaft der TU Darmstadt
Katholische Akademie Rabanus Maurus
Kuratorium des Eugen Kogon-Preises der Stadt Königstein