Dienstag, 24. Oktober 2017

 

Musikalische Lesungen

 

Bernd Hans Göhrig


Bernd Hans Göhrig wurde am 4. Juli 1966 in Heidelberg geboren und wohnt heute in Frankfurt am Main. Er studierte Philosophie, Politikwissenschaft und katholische Theologie an der Goethe-Universität und der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main mit den Schwerpunkten (kirchliche) Zeitgeschichte, politische Theorie und Sozialethik.

Seit 1999 arbeitet er als Bundesgeschäftsführer des Ökumenischen Netzwerks Initiative Kirche von unten. Zu seinen Aufgaben gehören die Profilierung der Bildungsarbeit der IKvu und die Redaktion der Zeitschrift „Querblick“. Er ist außerdem Mitglied im Vorstand der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e.V. und beschäftigt sich hier vor allem mit der europäischen Flüchtlingspolitik.

In seinen musikalischen Lesungen verknüpft er Alltagstexte, Gedichte und Prosa mit musikalischen Elementen unterschiedlicher Genres – ein Crossover mit oft überraschenden Effekten.

„Musikalisch-poetischer Abend der besonderen Art: Kluge und spröde Texte … tschechischer Jazz, barocke und zeitgenössische Orgelmusik, spätmittelalterliche Pfingsthymnen und eigene Improvisationen auf Klavier und Holzglocken … der unbedingte Wunsch nach mehr.“
Frankfurter Rundschau

 

 »Sieg! Sieg! Großer Sieg!«

Am Nachmittag des 1. August 1914 haben sich einige Tausend Menschen vor dem Berliner Schloß versammelt: Da stehen Studienräte und Hoflieferanten, Jugendbewegte und Kolonialwarenhändler, Droschkenkutscher und Burschenschaftler … Sie warten auf den Ablauf des deutschen Ultimatums an Rußland. Um 17 Uhr ist es soweit: Ein Offizier verkündet die allgemeine Mobilmachung!

Der Eintritt in den großen Krieg hat in Deutschland eine Vorgeschichte – in Kinderliedern, Spottgedichten und Marschmusik! Sie klingen uns entgegen, wenn wir das alte Familienalbum aufschlagen, mit Gesichtern, die uns fremd und doch irgendwie vertraut erscheinen.

Kirchenlieder, Satire und Zupfgeigenhansl geben in diesem Programm einige Antworten auf die eine einfache Frage, die viele Menschen seit 100 Jahren bis heute beschäftigt: Wie konnte es nur dazu kommen?

»Fremde_Heimat_Deutschland«

Es ist noch nicht zu lange her – einige werden sich an diese Zeit erinnern: Da mussten Menschen aus Deutschland fliehen, um Diskriminierung, Folter und Mord zu entgehen.

Umso beschämender ist es, wenn heute Menschen, die aus eben diesen Gründen hierher fliehen, mitten unter uns  vor menschenunwürdiger Behandlung nicht sicher sind: Sie leiden unter der Willkür von Behörden und unter der Angst, in Folter und Todesbedrohung abgeschoben zu werden. War uns die Geschichte kein Beispiel?

Mit Texten und Liedern deutscher Emigrantinnen und Emigranten aus jener fernen und doch so nahen Zeit möchte dieses Programm daran erinnern, was es für sie bedeutete, als Deutschland ihnen zur Fremde wurde und als sie begannen, die Heimat in der Fremde zu suchen.

»Von Königen und andere(n) Weisen ...«

Ein Konzert zum 6. Januar

An der Krippe in Bethlehem tauchen nach den einfachen Hirten drei neue Besucher auf: Die „heiligen drei Könige" kommen von weit her, aus dem fernen Osten – was sind das für seltsame Genossen? Woher kommen sie und was wollen sie hier?

Erzählt wird die Geschichte hinter der Geschichte: Wie die Sterndeuter aus dem Osten einem Geistesblitz folgen, in Jerusalem einen König verwirren, großes Unheil stiften und endlich doch fündig werden – und wie sie sich dann klammheimlich aus dem Staub machen ...

In diesem Konzert gehen Töne und Texte aufeinander los: Sie verheddern sich oder zielen gemeinsam auf einen Punkt in dieser seltsamen Erzählung aus einer anderen Zeit. Es wird ein Konzert zum Nachsinnen und Nachsingen, zum Aufregen und Einschlafen – mh, na mal abwarten – und alle sind herzlich eingeladen, dieses bunte Musikbild anzuhören, denn wer weiß: Vielleicht passiert ja etwas Neues dabei?

»Löscht den Geist nicht aus!«

Die Geschichte, wie der heilige Geist das Glühen der Freiheit in den Herzen der Menschen entfacht. Das Fest des heiligen Geistes – eigentlich der hebräischen RUACH – bringt eine verwirrende und utopische Note in den Alltag. Es zeigt, daß Gott ganz anders ist: nicht gewalttätig machtvoll, sondern mit der sanften Macht der Zärtlichkeit, die alle Gesetze umstürzt – für die Befreiung der Menschen. Erzählt wird eine faszinierende Geschichte – in der schillernden Kombination von Texten zum Nachdenken und Aufregen, in einem musikalisch-irritierenden Bogen von Johann Pachelbel bis in den Jazz. Mit Stimme, Tasten und anderen Instrumenten erklingt dieses Pfingstspiel mitunter anders als erwartet.

 

Kontakt: goehrig@ikvu.de