IKvu-SPECIAL:

Umgang mit sexueller Gewalt
und Missbrauch in der Kirche

(Chronik, Texte, Links, Literatur)

Dieses Special wird in Kürze in überarbeiteter Version zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund sind einige Links nicht verfügbar. Wir bitten Sie um etwas Geduld.  

 

Zusammenstellung: Thomas Wystrach
Letzte Aktualisierung: 05.04.2004

Paul Lachine: "Pedophile Priests"


Stellungnahmen deutscher Bistümer / DBK-Richtlinien

UN-Bericht zu "Kirche und Missbrauch"

WsK-Dokumentation "Missbrauch" / Zypresse-Nottelefon

Aktuelle Texte und Links / Literaturhinweise zum Thema


Chronologie: Bekannt gewordene Missbrauchsfälle
durch römisch-katholische Priester in Deutschland

Hamburg/Mainz. Fälle sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester werden meistens erst bekannt, wenn sie strafrechtliche Konsequenzen haben. Einige Fälle der vergangenen Jahre in Deutschland, die überregional Aufsehen erregt haben:

1993: Ein 44 Jahre alter Pfarrer aus dem hessischen Kreis Bergstraße wird wegen sexueller Nötigung zweier Mädchen zu zwei Jahren Haft mit Bewährung verurteilt. Er soll zwei damals 14 und 16 Jahre alte Schwestern in vier Fällen missbraucht haben. Der Priester hatte die Taten vor Gericht gestanden.

1994: Ein Pfarrer aus Krefeld wird wegen sexuellen Missbrauchs an einem neunjährigen Jungen zu vier Jahren Haft verurteilt.

1995: Gegen einen 44 Jahre alten Pfarrer aus Gilching bei München wird wegen des Besitzes von Kinderpornos auf Videokassetten ermittelt. Der Pfarrer wird vom Dienst suspendiert.

1995: Ein 67 Jahre alter Pfarrer aus Hildesheim wird in den Ruhestand versetzt. Er gab zu, sich an mehreren minderjährigen Jungen vergangen zu haben. Es gab kein kirchliches Gerichtsverfahren, da die Taten verjährt waren.

1996: Ein 47 Jahre alter Pfarrer von Wangen/Allgäu verzichtet nach Vorwürfen sexueller Verfehlungen auf sein Pfarramt. Das Ordinariat hatte ihn bereits beurlaubt. Ein Gerichtsverfahren wird eingestellt.

1996: Ein 65 Jahre alter katholischer Priester aus Haren im Emsland wird zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt. Der inzwischen pensionierte und in einem Kloster lebende Pfarrer soll sich acht Jahre lang in 225 Fällen an 14 Messdienern und Erstkommunikanten vergangen haben.

1998: Ein 67 Jahre alter Pfarrer aus dem oberschwäbischen Bergatreute wird wegen sexuellen Missbrauchs zu neun Monaten Haft auf Bewährung und 5 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Er soll im Religionsunterricht mehrfach die zehn bis zwölf Jahre alten Mädchen belästigt haben.

1999: Ein 39 Jahre alter Pfarrer aus dem schwäbischen Ort Wald wird zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Ihm wird sexueller Missbrauch in 59 Fällen vorgeworfen. Opfer waren zwei Jungen und ein Mädchen im Alter von elf bis 14 Jahren.

2000: Ein katholischer Pfarrer aus dem Landkreis Coburg wird wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der 60-Jährige soll sich an drei Jungen im Alter von neun und elf Jahren vergangen haben. Ein Vater hatte ihn im Weihnachtsgottesdienst des Missbrauchs seines Sohnes bezichtigt.

2000: Ein 45 Jahre alter Priester aus Südbaden wird wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Der Pater einer konservativen Bruderschaft hatte sich an zwei Jungen im Alter von sechs und acht Jahren sexuell vergangen und einen von ihnen zum Oralverkehr gezwungen.

April 2002: Ein 40-jähriger Pfarrer aus Sandberg (Bayern) erstattet bei der Polizei Selbstanzeige, dass er einen Jungen sexuell missbraucht hat. Die Diözese Würzburg entbindet den Mann von seinen priesterlichen Pflichten mit sofortiger Wirkung und informiert die römischen Behörden - das erste Mal, dass ein solcher Rapport an den Vatikan öffentlich bekannt wird.

Juli 2002: Das Bistum Mainz beurlaubt einen Priester aus dem Kreis Groß-Gerau in Hessen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen. Der Priester soll sein Unwesen über Jahre hinweg getrieben haben. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann kündigt an, den Vorwürfen rasch und intensiv nachgehen zu wollen.



Zypresse-Notruftelefon

Zypresse-Not-Telefon
für Kinder und Jugendliche bei
sexuellem Missbrauch in der Kirche:
Tel.: 0180-3000862 (9 ct pro Minute)
E-Mail: zypresse@wir-sind-kirche.de

Eine Aktion der KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche"


Römisch-katholische Kirche und Kinderrechtskonvention in der Bundesrepublik Deutschland

Ein NRO-Bericht von Verena Mosen (IKvu) über die Behinderung der Konvention durch das katholische Kirchenrecht am Beispiel sexuellen Missbrauchs (September 2003)


Aktuelle Meldungen und Linkhinweise:


Demo gegen sexuellen Missbrauch

Demonstration "Opferschutz statt Täterschutz"


Weitere Stellungnahmen: Die Links sind teilweise nicht mehr erreichbar, wir werden in Kürze die Links aktualisieren. 


"Solange die Kirchen pastorale Beziehungen in Begriffen wie Dienst und Harmonie, Gemeinschaft und Gleichheit definieren und die Konflikte und Machtverhältnisse unter den Teppich kehren, solange bei sexuellem Mißbrauch die Kirchen nicht die Opfer schützen, sondern die Täter, solange wird es zum Mißbrauch dieser Beziehungen kommen.

Jetzt bestellen bei amazon.deDer verschleiernde Umgang der Kirchen mit Fragen des sexuellen Mißbrauchs macht es unmöglich, daß in der Gemeinschaft, wo das Unrecht passiert, auch an seiner Überwindung gearbeitet wird. Die Kirchen müßten eine Regelung finden, die es ermöglicht, den Opfern eine Stimme zu geben und den Tätern eine Strafe."

Hedwig Meyer-Wilmes:
Zwischen lila und lavendel.
Schritte feministischer Theologie
150 Seiten, Verlag Fr. Pustet, Regensburg 1996


Literaturhinweise zum Thema

(Zusammenstellung: Thomas Wystrach)

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