Samstag, 23. September 2017

HuK Pressemitteilung

Doch kein Schlusslicht

Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. zum Segnungsbeschluss der Sächsischen Landeskirche


Und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens bewegt sich doch.
Kirchliche Segnungen homosexueller Paare sollen künftig im Einzelfall möglich sein. Für Außenstehende etwas überraschend sagte Landesbischof Rentzing, es gebe "innerhalb der Kirchenleitung seit langem eine Mehrheit für eine weitgehende Segnungsregelung". Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche begrüßt den Mut der sächsischen Kirchenleitung, der theologischen Überzeugung dieser Mehrheit eine Tat folgen zu lassen, die biblisch gut fundiert ist. Die Gruppe sieht den Segnungsbeschluss als ersten Schritt in die richtige Richtung.

Pfarrer Thorsten Maruschke sagt: "Wir halten es für dringend erforderlich, dass die Kirchenleitung und besonders der Bischof den Pfarrerinnen und Pfarrern der Rücken stärken, denen die letzte Entscheidung über die Segnung von lesbischen und schwulen Paaren im Gottesdienst obliegt." Maruschke befürchtet, dass Pfarrerinnen und Pfarrer, die zur Segnung bereit sind, unter Druck gesetzt werden. Er hält es für gefährlich, wenn Bischof Rentzing von öffentlichen Segnungen abrät und damit Distanz zum Beschluss der eigenen Kirchenleitung sucht.

Markus Gutfleisch von der Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche ist überzeugt: "Dieser Bischof spielt eine geradezu peinliche Rolle, wenn er vor allem auf diejenigen schielt, die die Segnung ablehnen. Wir erwarten, dass er sein Willkommen nicht nur in Richtung der Konservativen in der Kirche spricht, sondern ebenso an uns Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen."

Im Alltag werden lesbische und schwule Paare von einer Pfarrerin oder einem Pfarrer und dem Kirchenvorstand abhängig sein. Die Segnung wird von der exklusiv heterosexuell verstandenen Trauung abgegrenzt, auch liturgisch. Es wird ein gesondertes Verzeichnis geführt, das Kirchenbuch bleibt den Homopaaren verschlossen. Das alles ist diskriminierend.

Ein Blick in die Geschichte zeigt: Oftmals gab es in den Landeskirchen zuerst solche zaghaften Beschlüsse. Die meisten sind von dort zügig weiter vorangeschritten, weil die Praxis gezeigt hat: Liebe ist Liebe, egal ob hetero- oder homosexuell. "Darauf bauen wir auch in Sachsen, deshalb: Nur weiter so, Sachsen!", sagt Thorsten Maruschke.

 

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Kontakt:
Thorsten Maruschke, AG Evangelische Kirchenpolitik 0170 467 86 95,
thorsten.maruschke@posteo.de;
Markus Gutfleisch, Pressekontakt Tel. 0151 112 63 998, presse@huk.org;
Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche www.huk.org