Montag, 20. November 2017

Der Freckenhorster Kreis spricht sich für neue Dienste und Ämter in der Kirche aus

eine Ermutigung


Auf einer Tagung des Freckenhorster Kreises, einer Reformgruppe im Bistum Münster, in der LVHS Freckenhorst am 7./8. Oktober 2016 wurden – auf dem Hintergrund der eigenen Wahrnehmung gesellschaftlicher und kirchlicher Realität, sowie eines Impulsreferates von Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des ZdK – sogenannte „Ermutigungen“ an die kirchliche Basis und an die Kirchenleitung verabschiedet. Darin heißte es:

Wir sind als Glaubende auf dem Weg in unserer Zeit, die nicht Gott-verlassen ist, aber von einem großen Umbruch in der gesellschaftlichen und kirchlichen Wirklichkeit geprägt ist.
In dieser Situation möchten wir zu neuen Schritten konkret ermutigen, damit der biblische Glaube heute und morgen Hoffnung ist und bleibt.

1. Wir ermutigen die Mitglaubenden: die Geist-Gabe der Taufe existentiell ernst zu nehmen
     und aus ihr heraus zu leben.
2. Wir ermutigen die Mitglaubenden: die Chancen des Umbruchs aus dieser Verantwortung
    zu gestalten.
3. Wir ermutigen die Christinnen und Christen an der Basis: konkrete, im Alltag verankerte 
    Erlebensräume aus dem Geist des Evangeliums zu suchen und zu schaffen.
4. Wir ermutigen: Leben in Familie und Gemeinde, Gemeinschaften und Kreisen, sowie
    im sozialen Raum und in gesellschaftlichen Feldern eigenverantwortlich zu gestalten –
    mit den vielen Gaben und Talenten, die da sind.
5. Wir ermutigen die Christinnen und Christen an der Basis: sich von der Fixierung auf
    die augenblickliche Gestalt von Kirche und Dienstamt zu lösen und aus der Freiheit der
    Menschen Gottes zu leben und das kirchliche Leben zu gestalten.

6. Wir ermutigen die Kirchenleitung: wirklich zu glauben, dass „...die Welt Gottes voll ist“
    (A. Delp) und dass der Heilige Geist in allen Gläubigen lebendig und wirksam ist.
7. Wir ermutigen die Kirchenleitung: Menschen zu bestärken, die Chance des Umbruchs
    zu ergreifen und für sie und ihr Tun Ressourcen zu eröffnen: Orte, Mittel, Dienste.
8. Wir ermutigen die Kirchenleitung: sich hinein zu begeben in Räume menschlicher und
    spiritueller Erfahrung von Getauften, um Leben und Glauben miteinander zu teilen,
    insbesondere der Armen unter uns.
9. Wir ermutigen die Kirchenleitung: den Geist Gottes in seinem Volk in seiner Bedeutung
    zu erkennen und dem Anerkennung und Gestaltungs-Raum zu geben. Hierbei kommt dem
    Wort Gottes und der Eucharistie als geist-lichem Raum eine unabdingbare Rolle für die
    Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden zu.
10. Wir ermutigen die Kirchenleitung, zu begleiten und konkret strukturell zu bestärken,
    was der Geist eröffnet: an ökumenischer Weite, in neuer Sprache und Liturgie, an neuer  
    Weltverantwortung und in neuen Diensten.

Jetzt ist die Zeit, persönlich dem Glauben Gesicht zu geben – durch „Taufvertrauen“ und
Vernetzung.
Jetzt ist die Zeit, kirchlich eine neue Gestalt zu entwickeln – durch „Geistvertrauen“, beauftragte neue Dienste, die aus dem Volk Gottes für heute erwachsen, und eine Hinwendung an die Seite der Armen.
Jetzt ist die Zeit!

                                                                                              

Freckenhorst, im Oktober 2016