Sonntag, 19. November 2017

Katholische Gemeinschaft Friedrich Spee Hannover

Die KGSpee ist ein privater Verein von katholischen Gläubigen in der Diözese Hildesheim und offen für alle. Per Dekret des Bistums Hildesheim vom 18.12.2002 wurde ihr die Rechtspersönlichkeit als private juristische Person des kanonischen Rechts im Sinne des Can. 114 CIC verliehen. Das Dekret schließt die Billigung des Statuts ein. Der Verein wird durch die statutgemäßen Gremien der Gemeinschaft geleitet. Das oberste Gremium ist die Mitgliedervollversammlung. Unser Zentrum befindet sich in der Schuhstraße 4, 30195 Hannover. Den regelmäßigen Gottesdienst am Sonntag, 10:15 Uhr, feiern wir im St. Clemens-Haus, neben der Basilika St. Clemens, Hannover.

Friedrich Spee von Langenfeld, der Namenspatron der Gemeinschaft, wurde am 25. Februar 1591 geboren. Als Dichter und Mahner, Priester, Seelsorger und Lehrer mit einem ungewöhnlich emanzipierten Frauenbild, lebte er in einer von gravierenden Umbrüchen geprägten Zeit. Er verstarb am 7. August 1635.
Friedrich Spee ist einer der Menschen des Barockzeitalters, die ihren Glauben in Übereinstimmung mit ihrem Denken zu bringen suchten, ein Voraufklärer, in dessen Werk sich eine neue Zeit andeutet. Aus der Tradition heraus Neues zu denken und eigenes Handeln zu wagen, darin kann er beispielhaftes Vorbild und Hoffnung sein. Spee erkannte die Not seiner Zeit und der Menschen, war bereit sein Lebensziel daraufhin auszurichten und folgerichtig zu handeln.
Sein Buch „Trutz-Nachtigall“ gilt als die bedeutendste deutsche katholische Barockdichtung. Neben den „Kunstliedern“ der Trutz-Nachtigall gilt Friedrich Spee als Verfasser von rund 130, z.T. bis heute sehr beliebten Kirchenliedern, die allerdings alle anonym erschienen und damit schwierig zuzuordnen sind. Zum ersten Mal sind jetzt alle verfügbaren Daten gesammelt, neu herausgebracht 2005 in „Auserlesene, catholische, Geistliche Kirchengesäng“, so dass für jedes einzelne Lied eine Zuschreibung möglich wird. Von seinen lyrischen Werken sind heute vor allem seine Kirchenlieder bekannt, wie „O Heiland reiß die Himmel auf“ und „Zu Bethlehem geboren“.
Sein „Güldenes Tugend-Buch“, das erste eigens für Frauen geschriebene Andachtsbuch, weist ihn als einfühlsamen und kreativen Seelsorger aus. In seinen Werken ist er nicht nur Tröster, sondern auch kämpferischer Anwalt der Unschuldigen.
In seinem bekanntesten Werk, der „Cautio Criminalis“, erschienen während einer der höchsten Wellen der Hexenverfolgung in Deutschland, wagte es Friedrich Spee, öffentlich gegen die Praxis der Hexenprozesse Stellung zu nehmen und namentlich die Folter als rechtswidrig zu verurteilen. Er setzte, trotz der persönlichen Gefährdung, auf seine Erkenntnis, sein Gewissen und seine unbeirrbare Liebe zu einem väterlichen und mütterlichen Gott, die sich in der Liebe zum Mitmenschen glaubwürdig zeigte. Die Cautio Criminalis gab den wichtigsten Anstoß zum Nachdenken über die Hexenverbrennung und war für die Rechts-, Kirchen- und Sozialgeschichte eine Quelle von immenser Bedeutung.

Ziel der Gemeinschaft ist es, die Erinnerung an das Leben und Wirken von Friedrich Spee von Langenfeld wach zu halten, den Menschen in unserer Zeit nahe zu bringen und zum Ausgangspunkt des eigenen christlichen Handelns zu machen. Dabei gilt es auch, Spees Appell an die Pflichten der Bürger und Spees Forderung nach einer gerechten Obrigkeit in Erinnerung zu rufen – vor Gott und dem Gewissen zu bedenken.

Zum sozialen Programm gehört das Bestreben der Mitglieder, insbesondere für die Benachteiligten unserer Gesellschaft offen und in christlicher Verantwortung Anwalt dieser Menschen zu sein. Das jeweilige Engagement wird dem Charisma der Mitglieder und Gäste entsprechend erarbeitet. Die Gemeinschaft bietet auch Raum für Gespräche über Lebens- und Glaubensfragen, einen persönlichen Weg zu Gott.

Ökumene: Unsere langjährige Verbundenheit mit der evangelischen Kirche resultiert u. a. aus der Tatsache, dass sie 1994 der „Katholischen Studenten- u. Hochschulgemeinde Hannover“ (KSG) Asyl gewährte. Die damalige Auseinandersetzung der KSG mit der Leitung der kath. Kirche im Zusammenhang mit der Neubesetzung der Stelle des Hochschulseelsorgers, führte zum Ausschluss aus den angestammten Räumen der Gemeinde „Am Leibnizufer 17“.
Die Menschen, die sich trotzdem weiterhin als Mitglieder der KSG verstanden, setzten die Gemeindearbeit fort. Auf Anfrage waren spontan gleich zwei evangelische Gemeinden bereit, diese aufzunehmen. Mit Dankbarkeit wurde das Angebot der Kreuzkirche angenommen. Im Gemeindehaus und der Kirche fanden Gottesdienste, eine Hochzeit und andere Feste statt sowie Veranstaltungen mit bekannten Persönlichkeiten wie: Herbert Haag, Roland Breitenbach (Autor des Buches „Der kleine Bischof“), Ferdinand Kerstiens (Befreiungstheologie), Ralf Ludwig (NDR).
Wir, die KGSpee, sind aus dieser Bewegung hervorgegangen. Seit 1996 haben wir das eigene Gemeinschaftszentrum in der Schuhstraße 4.

Unser Bildungs- und Veranstaltungsprogramm ist als Jahresprogramm konzipiert. Zu den Schwerpunkten zählen Bibelarbeit, Vorträge und Gespräche zu verschiedenen Themen sowie Video-Abende mit anschließender Diskussion. Hauptthemen sind: Weltreligionen, Ökumene, Geschichte, namhafte Persönlichkeiten, Literatur und Kunstgeschichte, Pädagogik, aber auch aktuelle Ereignisse. Zum gesellschaftlichen Miteinander gehören Reisen auf den Spuren Spee’s und zu geschichtlich bedeutenden Orten, aber auch das gemütliche Beisammensein.
Besonders wichtig ist für uns der sonntägliche Wortgottesdienst mit anschließender Agape, den wir im St. Clemens-Haus, neben der Basilika St. Clemens in Hannover, feiern. Die Veranstaltungen finden in unserem Zentrum in der Schuhstraße 4 und auch im ka:punkt, dem „Kirchenladen“ im Stadtzentrum, Grupenstraße 8, statt.

Gemeinschaftszentrum:

Schuhstraße 4
30195 Hannover
Info-Tel/Fax: (0511) 403221
E-Mail: KGSpee-Kath.Gemeinschaft[at]t-online.de  

Die KGSpee ist Mitglied bei folgenden Organisationen und Vereinen:
Friedrich-Spee-Gesellschaft Trier http://www.friedrich-spee.de (empf. Link)
Friedrich-Spee-Gesellschaft e. V. Düsseldorf
Verein zum Schutz misshandelter Frauen und Kinder Niedersachsen e.V. Hannover

Förderung:
Der Verein finanziert sich in eigener Verantwortung aus Spenden und ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Einen wesentlichen, existentiellen Beitrag zur Unterstützung leistet der »Förderverein „Friedrich Spee von Langenfeld“ e.V. Hannover« (E-Mail: ho.bayer[at]t-online.de). Spenden können auch direkt an die KGSpee gerichtet werden (EKK, Konto 0619116, BLZ 25060701). Förderverein und KGSpee sind steuerbegünstigt im Sinne der AO. 

Ansprechpartner: Horst Bayer, Katholische Gemeinschaft "Friedrich Spee von Langenfeld" (KGSpee), Weißer Brink 1, 30926 Selze, (0551) 40 32 21