Sonntag, 24. Oktober 2021

Pressemitteilung

IKvu zum Ergebnis des Besuchs von Kardinal Lajolo im Bistum Limburg

 

 

17.09.2013 Oscar Romero-Haus/Bonn

 

Die „Gemeinsame Erklärung“ von Bischof und Domkapitel dokumentiert als Ergebnis der als „brüderlicher Besuch“ verklausulierten Kontrollvisite von Kardinal Lajolo als Sondergesandter des Vatikans vor allem dies:

 

Die Zweifel an der Amtsführung des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst ließen sich durch die Gespräche der vergangenen Woche ganz offensichtlich auch aus Sicht des Vatikangesandten nicht ausräumen. Es geht dabei nach wie vor um den Vorwurf der Beugung von Kirchenrecht und den intransparenten Umgang mit Kirchenvermögen sowie um das selbstherrliche Ignorieren der Limburger synodalen Strukturen. In Frage steht aber auch, wie es soweit kommen konnte: Welche Rolle spielte das Limburger Domkapitel beim Amtsmissbrauch des Bischofs?

 

Der am Sonntag anlässlich des Kreuzfestes in Königstein verkündete Neuanfang verschleiert nur einigermaßen hilflos, wie wenig Vertrauen alle Beteiligten in einen solchen Neustart haben – zu schmerzhaft sind die Erfahrungen der vergangenen Jahre bei Gemeindemitgliedern, MitarbeiterInnen und Priestern mit diesem Bischof und seinen engsten Mitarbeitern.

 

Der dringend nötige personelle Neuanfang im Bistum Limburg ist somit nur aufgeschoben. An einer Neubesetzung der zentralen Positionen führt kein Weg vorbei.    

 

 

An ihren Taten sollt Ihr sie erkennen!

 

Vor dem Festgottesdienst anlässlich des Kreuzfestes am vergangenen Sonntag entschuldigte sich der Limburger Bischof – doch wofür? Auf die konkreten Verfehlungen, die überhaupt erst zu dem „brüderlichen Besuch“ geführt haben, wurde nur allgemein eingegangen. Die harte, konkrete Kritik am Verhalten des Bischofs wurde in den Bereich verletzter Befindlichkeiten einzelner abgetan.

 

Nun sollen wenigstens die finanziellen Vorgänge im Hinblick auf den pompösen Umbau der Vikarie offen gelegt werden. Aber die Fakten sind längst geschaffen, die Kosten explodiert, das Geld längst verbaut. Währenddessen stehen die Zeichen in vielen Pfarrereien eher auf Abbau – auch mit Verweis auf die Verknappung finanzieller Mittel. Nach wie vor wird die Zusammenlegung gewachsener Gemeinden zu anonymen Großpfarreien vorangetrieben, ohne dass die Betroffenen angemessen einbezogen werden.

 

Es wird nun versichert, dass der Bischof die Bistumsgremien künftig im Rahmen des Kirchenrechts stärker berücksichtigen wird. An seiner letzten Entscheidungsgewalt ändert dies nichts, haben doch die – durchaus besonderen – synodalen Elemente im Bistum Limburg vor allem beratende Funktion.

 

Unerwähnt bleibt auch der ehrverletzende, unrechte Umgang mit unbequemen kirchlichen Mitarbeitern wie im Fall Patrick Dehm, dem Rechtsbrüche zur Last gelegt wurden. Doch während dieser Vorwurf sich tatsächlich als unhaltbar herausstellte, hängt über dem Bischof selbst das Damoklesschwert des Meineids. Sollte dieser gerichtlich festgestellt werden, wäre Franz Tebartz-van Elst als Bischof endgültig diskreditiert.

 

Demütige Entschuldigungen sind wichtig, aber Worte allein reichen nicht. Ihnen müssen weitere Taten folgen. Dass Franz Tebartz-van Elst sich mittelfristig wird neu erfinden können, erscheint unmöglich. Den synodalen Gremien, dem Hofheimer Kreis, den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarreien bleibt weiterhin Ausdauer zu wünschen, gegen die herrschenden Missstände anzugehen und gegenüber dem Bischof die Offenheit zu zeigen, die dieser angeblich so schätzt.

 

 

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Kontakt:

 

Sebstian Dittrich

IKvu-Leitungsteam

Mobil: 0160 - 94 65 48 44

Mail: Sebastian.dittrich1@freenet.de

 

 

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Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 32 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der Befreiungstheologie.

 

 

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Oscar Romero-Haus, Heerstraße 205, 53111 Bonn