Dienstag, 23. Juli 2019

AGDF Pressemitteilung

 

Zentrum Frieden zum Kirchentag: Alternativen aufzeigen

 
Kriege, schwerste Menschenrechtsverletzungen und Rüstungsexporte sind täglich in den Medien. Die Diskussion in Politik und Kirche dreht sich vorrangig um das Für und Wider von Militäreinsätzen und Waffenlieferungen. Im „Zentrum Frieden“ will die „Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden“ (AGDF) zusammen mit sechs anderen evangelischen Initiativen zum Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 4. bis 6. Juni in Stuttgart einen Perspektivwechsel ermöglichen und Alternativen aufzeigen. „Neben der Kritik an militärischer Logik und Praxis geht es in 50 Veranstaltungen um Wege zu einer gewaltfreien Friedenspolitik und die Praxis ziviler Konfliktbearbeitung“, unterstreicht Horst Scheffler, der AGDF-Vorsitzende.
 
„Krieg überwinden – gewaltfrei leben“, unter diesem Motto steht das Zentrum Frieden in der Friedenskirchengemeinde in Stuttgart. Insgesamt 38 Gruppen und Friedensorganisationen, darunter auch die evangelische Friedensarbeit, laden hier zum Austausch und zur Diskussion, zum Innehalten und Nachdenken ein. 50 Veranstaltungen wird es geben. Dazu gehören auch Bibelarbeiten, ein interreligiöses Friedensgebet und kulturelle Veranstaltungen. „Bei diesen Tagen in Stuttgart soll auch die ganze Breite evangelischer Friedensarbeit sichtbar und für die Teilnehmenden erlebbar werden“, betont AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister, der sich dabei über die Zusammenarbeit mit den anderen Friedensgruppen freut.
 
Ziel der AGDF sei es dabei, Friedenstiften als biblischen Kernauftrag in die Mitte des kirchlichen Glaubens und Handelns zu rücken. „Das Primat der Gewaltfreiheit auch für die Politik wird in Stellungnahmen der Evangelischen Kirche in Deutschland nicht immer durchgehalten“, meint AGDF-Vorsitzender Horst Scheffler. Auch sei die AGDF der Auffassung, dass im offiziellen Programm des Deutschen Evangelischen Kirchentages Friedensfragen nicht den Platz erhalten würden, der dem Thema angesichts der zahlreichen weltweiten Konflikte und aktuellen Entwicklungen zukommen würde. „Für uns ist das Zentrum Frieden daher eine wichtige und unverzichtbare Ergänzung zum offiziellen Programm“, macht Horst Scheffler deutlich.
 
Doch dies gelte nicht nur für die Evangelische Kirche, auch in der deutschen Politik werde die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit immer wieder deutlich. „Das Friedensgebot des Grundgesetzes schlägt sich in der Realität kaum nieder, vor allem nicht in der Finanz-, Handels- und Sicherheitspolitik“, kritisiert Jan Gildemeister scharf die aktuelle Politik der Bundesregierung. Die hehren Ziele im neuesten Bericht der Bundesregierung zum „Aktionsplan Krisenprävention“ würden beispielsweise in der Praxis nur völlig unzureichend umgesetzt. Hier fordert die AGDF daher zu einem Umdenken und Umlenken auf.
 
In Stuttgart soll es neben Gesprächen, Informationen und Veranstaltungen im Zentrum Frieden wie auch im offiziellen Programm des Deutschen Evangelischen Kirchentages zudem Aktionen und Demonstrationen geben. „Die baden-württembergische Landeshauptstadt ist Sitz des Rüstungsproduzenten Daimler AG und der amerikanischen Kommandozentralen AFRICOM und EUCOM, durch die die USA unter anderem ihre Kampfdrohnen steuert“, macht Jan Gildemeister klar. Die AGDF begrüße daher ausdrücklich die anlässlich des Kirchentags geplanten Aktionen gegen Waffenproduktion, Waffenhandel und Kriege.
 
Die AGDF wird zusammen mit anderen evangelischen Gruppen auch auf dem Markt der Möglichkeiten beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart Präsenz zeigen. „Auch hier wollen wir die Besucher über die evangelische Friedensarbeit informieren und zu Gesprächen oder zum Nachdenken einladen“, so AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister.


***
 
Infos: www.ZentrumFrieden2015.de
Kontakt: Jan Gildemeister, Tel. 0228/24 999-13, H 0172/70855 37