Dienstag, 23. Juli 2019

HuK Pressemitteilung

Homosexuelle Liebe anerkennen

Netzwerk katholischer Lesben und Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche zur Familiensynode der katholischen Kirche


Vom 4. bis 25. Oktober 2015 findet in Rom der zweite Teil der Bischofssynode
?Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute? statt. Dazu
erklären Manuela Sabozin vom Netzwerk katholischer Lesben (NkaL) und Markus
Gutfleisch von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK):

Farbe bekennen, so muss das Motto für die internationale Diskussion jetzt
heißen. Denn die katholische Kirche hat viel Vertrauen verloren. Diejenigen,
die in dieser Kirche etwas verändern wollen, müssen theologisch erklären, warum
das notwendig ist. Wir erwarten von der Synode und von Papst Franziskus klare
Worte gegen die Ausgrenzung von Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen
(LSBT). Wenn ein Ruck durch die Kirche gehen soll, mit dem sie glaubwürdiger
wird, muss Schluss sein mit dem Gerede von homosexuellen Tendenzen. Es geht um
Liebe.

Katholische LSBT stehen im Mittelpunkt kirchlicher Diskussionen und Papst
Franziskus will offene Debatten. Das ist gut so. Die zweite weltweite Umfrage
zur Vorbereitung der Synode machte große Unterschiede im Leben von
Homosexuellen in der Kirche deutlich, die sich schon im letzten Jahr angedeutet
hatten. Das jetzige Vorbereitungsdokument spricht wieder von ?Personen mit
homosexuellen Tendenzen?. Diese abstrakte Formulierung vernebelt, dass Lesben
und Schwule ganz normal zur Kirche gehören. Das Dokument behauptet, auf die
Kirche werde Druck in Sachen Einführung der Homo-Ehe ausgeübt, damit
Entwicklungshilfe in bestimmte Länder fließt. Konkrete Belege dafür gibt es
nicht. Der aktuelle Vorbereitungstext schafft keinerlei positiven Blick auf
lesbische und schwule Partnerschaften, sondern bleibt in Abgrenzungen stecken.

Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen werden in Rom nicht beteiligt.
Dabei wäre es dringender als je zuvor, dass die Synodenbischöfe den Dialog mit
ihnen und ihren Familien führen. In vielen Ländern sind Homosexualität und
Transsexualität strafbar; LSBT sind Opfer von Gewaltverbrechen. Die Synode muss
Position für die weltweiten Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und
Trans*-Menschen beziehen. Nicht aus Barmherzigkeit, sondern mit der
Bereitschaft zu echter kirchlicher Umkehr. Eine Kirche, die gegen Armut und
Ungerechtigkeit eintritt, darf nicht LSBT und ihre Lebensweise bekämpfen.

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Kontakt:
Manuela Sabozin, manu@nkal.net, Netzwerk katholischer Lesben
Markus Gutfleisch, Pressekontakt Tel. 0151 112 63 998, presse@huk.org