Sonntag, 20. Oktober 2019

HuK Pressemitteilung

Chance vertan

Katholische Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen nach der
Familiensynode der römisch-katholischen Kirche

Netzwerk katholischer Lesben (NkaL) und Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle
(HuK) sind ent-täuscht über das Ergebnis der katholischen Bischofssynode. Das
Schlussdokument bietet nichts Neues, sondern setzt die ambivalente Haltung der
katholischen Kirche gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften fort. "Die
Synode hat die Auseinandersetzung mit der Situation von Homosexuellen und ihren
Partnerschaften gescheut", erklärt Manuela Sabozin vom NkaL. "Sie hat die
Gelegenheit verpasst, ihre Position aus internationaler Sicht theologisch zu
klären und die Verfolgung von Homosexuellen an den Pranger zu stellen."

Der gesamte Synodenprozess hat für katholische Lesben, Schwule, Bisexuelle und
Trans*-Menschen manchen Fortschritt gebracht: Umfragen zeigten, dass
Homosexuelle und ihre Familien weltweit zur Kirche gehören. Die Kirche
befürwortet eine pastorale Begleitung für Familien mit homosexuellen
Angehörigen. Die theologische Diskussion ist mutiger als sie es je war.
Einzelne Bischöfe aus verschiedenen Kontinenten betonten, dass Homosexuelle
mitten in der Kirche leben und dass die Kirche sie willkommen heißen muss.
Auch legten die 13 deutschsprachigen Synoden-Bischöfe ein historisch einmaliges
Bekenntnis ab. Sie baten homosexuell orientierte Menschen um Verzeihung, weil
die Kirche ihnen durch eine harte Haltung Leid gebracht hat. Die Kardinäle Marx
(München) und Schönborn (Wien) wiesen zu Recht darauf hin, das sich die
katholische Kirche nach der Synode intensiver mit der Situation von
Homosexuellen befassen muss. Das Schlussdokument spricht immerhin von der
grenzenlosen Liebe Jesu, die allen Menschen "ohne Ausnahme gilt?, während die
Sprache der Sünde nicht wiederholt wird.

?Das reicht aber nicht.?, sagt Markus Gutfleisch von der HuK. ?Die Synode hat es
vermieden, LSBT als Gäste einzuladen und ihre Einschätzung zu hören. Die
Ablehnung von homosexuellen Partnerschaften zeigt, dass die Bischöfe sich
aktuellen theologischen Einsichten verweigern. Wir hoffen, dass die positiven
Ansätze in deutschen Bistümern, die durch die Vorarbeiten für die Synode
sichtbar wurden, weitergeführt werden?. Das Zentralkomitee der Deutschen
Katholiken hatte unter anderem Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare
gefordert. ?Als katholische Gruppen von LSBT werden wir Kardinal Marx beim Wort
nehmen und jetzt den Dialog mit der Kirche intensivieren, damit sie hier
beginnt, echte Heimat für uns zu werden" sagen Sabozin und Gutfleisch. Sie
wollen, dass das Bekenntnis der Bischöfe Folgen hat.

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Kontakt:
Manuela Sabozin, manu@nkal.net, Netzwerk katholischer Lesben
www.netzwerk-katholischer-lesben.de
Markus Gutfleisch, Pressekontakt Tel. 0151 112 63 998, presse@huk.org
Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche www.huk.org