Montag, 27. Mai 2019

HuK-Pressemitteilung

2.700 mal „Ja zur Segnung“ an 27 katholische Bischöfe

Für die Segnung lesbischer und schwuler Paare in der römisch-katholischen Kirche

 

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. hat 2.700 Postkarten an die 27 Diözesanbischöfe in Deutschland geschickt, genau 100 an jeden. Auf ihnen bekräftigen die Gläubigen: „Ja, ich unterstütze die Forderung lesbischer und schwuler Paare nach einer Segnungsfeier in der römisch-katholischen Kirche für ihre auf dem Standesamt geschlossenen Ehe!“ Die Unterschriften auf den Postkarten stammen vor allem von Besucherinnen und Besuchern des Katholikentages im Mai 2018 in Münster.

Damit griff die HuK einen Aufruf des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode vom Anfang dieses Jahrs auf, über die Segnung solcher Paare nachzudenken (die jedoch nicht mit einer Trauung zu verwechseln sei). Es sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung am 10.1.2018: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir eine Beziehung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen differenziert bewerten. Ist da nicht so viel Positives, Gutes und Richtiges, dass wir dem gerechter werden müssen?“

 

Die HuK hat diesen Anstoß sehr begrüßt, weil er in die gleiche Richtung geht wie ihre langjährige Forderung. „Auch wir hören von den Paaren, von deren Eltern, Großeltern, Geschwistern, Verwandten und Freunden: Da ist Gutes und Wertvolles, Treue, Fürsorge, Liebe, verbindliche Verantwortung. Gläubige Menschen verspüren dabei den Wunsch, diese Partnerschaft auch vor ihre Kirche und vor Gott zu bringen und erbitten dazu seinen Segen.“ so Vorstandsmitglied Thomas Pöschl.

 

So wurde eine Postkarte „Meinen Segen habt ihr!“ zum Unterschreiben auf dem Katholikentag produziert. Der Erfolg dieser Aktion waren überwältigend: Gut 95 Prozent der am Stand auf der Kirchenmeile angesprochenen Menschen haben unterschrieben. Am Ende des Katholikentages waren etwa 1.500 Unterschriften beisammen, die von Gruppen und Einzelpersonen nachträglich gelieferten Karten brachten weitere 1.500 Unterschriften.

 

Genug Unterschriften, um sie nicht nur der „Zentrale“, der Deutschen Bischofskonferenz zukommen zu lassen, sondern zusätzlich jedem einzelnen Ortsbischof ein 100er-Päckchen zu senden. „Die Reaktion der Glaubigen zeigt: Es handelt sich nicht um die Forderung einer kleinen und vielleicht unbedeutenden Randgruppe. Von dem Thema ist ein Großteil betroffen. Als Eltern, Geschwister und andere Angehörige der Paare leiden sie genauso unter der bisherigen Hartherzigkeit der katholischen Kirche gegenüber Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Inter-Menschen und teilen deren Verlangen nach Gleichberechtigung und nach Würdigung und Segnung ihrer Partnerschaften – auch in der römisch-katholischen Kirche. Es ist daher in unseren Augen nur konsequent, dass auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken die Einführung von Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare unterstützt.“ so Dr. Michael Brinkschröder Sprecher des katholischen Arbeitkreises der HuK.

 

Die HuK ruft die Bischöfe auf, das Thema ernst zu nehmen und zu handeln. Viele Paare, denen eine katholische Segensfeier etwas bedeutet, können sie in der Regel zwar schon heute auf verschlungenen Wegen und im „Halbdunkel“ mit gutwilligen und mutigen Seelsorgerinnen oder Seelsorgern feiern. Das kann und darf aber nicht das letzte Wort sein. Eine Segensfeier muss für solche Paare und übrigens auch für geschiedene Wiederverheiratete eine Selbstverständlichkeit sein.

 

Wer ist die HuK?

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. arbeitet seit 1977 daran, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen als gläubige Christinnen und Christen volle Anerkennung und Gleichberechtigung in ihren jeweiligen Kirchen erhalten. Dazu gehört es, dass die Kirchen Sexualität als gute Gabe Gottes begreifen und die Vielfalt der Lebensformen der Schöpfung wertschätzen lernen. Rechtliche und faktische Diskriminierung innerhalb der Kirchen muss ebenso beendet werden wie die kirchliche Unterstützung für Diskriminierung in anderen Bereichen der Gesellschaft.

 

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Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

Thomas Pöschl, Vorstandsmitglied HuK e.V.,

thomas.poeschl@huk.org Mobiltel +49 163 7753581

 

Dr. Michael Brinkschröder, Katholischer Arbeitskreis HuK e.V.

michael.brinkschroeder@huk.org Mobiltel +49 157 78814399

 

www.huk.org