Montag, 10. Mai 2021

Stellungnahme des Pfarrgemeinderats Christ-König, Eschborn zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

Gemäß unseres Gemeindebildes leben wir, die Kirchengemeinde Christ-König in Eschborn, aus dem Geist der befreienden und ermutigenden Botschaft Jesu Christi und wollen als Gemeinschaft im Sinne dieser Botschaft handeln. Seit den Anfängen ist es Christ-König wichtig, die christliche Botschaft im Alltag der Menschen erlebbar zu machen - indem wir Menschen ermöglichen, die Werke christlicher Gemeinschaft und Nächstenliebe zu empfangen, und indem wir Menschen unterstützen, aus diesem Geist heraus selbst für andere zu wirken. Wesentlich für die Lebendigkeit unserer Gemeinschaft ist, dass ihre Mitglieder Talente und Interessen, Stärken und Schwächen einbringen können. So gelingtes, dass alle Menschen christliches Miteinander und den Dienst an den Menschen, christliche Liturgie und die Verkündigung des Evangeliums vor Ort erleben können.
 
Vor dem Hintergrund dieser unserer gemeinsam getragenen christlichen Überzeugung sind wir als Pfarrgemeinderat der Kirchengemeinde Christ- König entsetzt über den Inhalt des am 15. März diesen Jahres veröffentlichten Responsums der römischen Kongregation für Glaubenslehre, in dem die Möglichkeit zur kirchlichen Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften bestritten wird. Wir glauben, dass ausnahmslos jeder Mensch von Gott geliebt wird – so wie er*sie ist. Dies schließt selbstverständlich auch seine*ihre sexuelle Orientierung mit ein. Von daher soll in unserer Pfarrgemeinde Gottes Segen ausnahmslos allen Menschen, gleich welcher sexuellen Prägung, zukommen, die sich von der Liebe Gottes tragen lassen wollen. Wir wünschen allen Menschen, dass sie Gottes Segen in ihrem Leben spüren können und er sie in ihrem Leben trägt. Wir können daher die sich aus dem Responsum ergebende Absurdität in unserer Kirche nicht verstehen, die Andreas R. Batlogg SJ gut und plakativ wie folgt dargestellt hat:

„Tiere werden gesegnet. ... Autos werden gesegnet. Waffen wurden (und werden?) gesegnet. Aber zwei Menschen nicht, nur weil sie gleichgeschlechtlich empfinden, so geboren, so von Gott geschaffen wurden, also kein »Schöpfungsunfall«, nicht defizitär, nicht abnorm sind – und so leben und lieben wollen? Sie können gesegnet werden, aber bitte einzeln! Hintereinander vielleicht und im Hinterzimmer. Aber nicht
nebeneinander? Nicht öffentlich?“


(Quelle: https://andreasbatlogg.de/2021/03/kein-segen-fuer-homosexuelle-und-der-papst-macht-mit/)

Im Ergebnis lehnen wir als Pfarrgemeinderat der Kirchengemeinde Christ-König, Eschborn, den Inhalt des Responsums ab und können nach unserer christlichen Überzeugung seine Umsetzung in unserer Pfarrgemeinde nicht vertreten.

Eschborn, den 12.04.2021
Für den Pfarrgemeinderat Christ-König Benedikt Stollenwerk, Vorsitzender