Montag, 27. Mai 2019

Dorothee Sölle-Preis auf dem Dresdener Kirchentag

Dorothee Sölle-Preis beim Dresdner Kirchentag:

Pastorin Fanny Dethloff wird für flüchtlingspolitisches Engagement ausgezeichnet. Skandalöse Zustände an den EU-Außengrenzen.

 

24.05.2011. Oscar-Romero-Haus/Bonn

 

Am 2. Juni 2011 verleiht die IKvu in Dresden den „Dorothee Sölle-Preis für aufrechten Gang“ an Pastorin FANNY DETHLOFF, Beauftragte für Menschenrechte und Flüchtlinge der Nordelbischen Kirche in Hamburg und Bundesvorsitzende der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e.V.

 

Die Preisverleihung ist Teil des Programms des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages und findet an Christi Himmelfahrt, 11–13 Uhr im „Zentrum Bibel“ (Eventwerk, Hermann-Mende-Straße 1) statt.

 

Die Laudatio halten Prof. Renate WIND (Biographin von Dorothee Sölle) und Dr. Uwe- Karsten PLISCH (Theologischer Referent der Evangelischen StudentInnengemeinde in Deutschland - ESG). Musikalische Begleitung: HABAKUK. Weitere Veranstaltungen zu Dorothee Sölle mit Prof. Luise SCHOTTROFF, Prof. Martin RUMSCHEIDT und Prof. Renate WIND finden im „Zentrum Bibel“ am selben Tag statt.

 

Fanny Dethloff setzt sich seit vielen Jahren für Flüchtlinge, für illegalisierte Menschen, für Menschen in der Abschiebehaft und für ein umfassendes Bleiberecht ein. Sie skandalisiert unentwegt die menschenrechtswidrigen Zustände an den EU-Außengrenzen und organisiert Kontakte und Strukturen der Hilfe für Flüchtlinge im europäischen Kontext. Ihre Arbeit reflektiert sie in liturgischen Texten und Vorträgen.

 

Noch im April war Fanny Dethloff zum wiederholten Mal auf Malta, um sich dort im Kontakt mit maltesischen Flüchtlingsgruppen über die prekäre Situation an den Außengrenzen der EU zu informieren. Ihr Fazit: „Das unsinnige Dublin II-Verfahren, nach dem der Aufnahmestaat für die Durchführung eines Asylgesuchs zuständig ist, entwürdigt den Inselstaat Malta zum Ausführungsorgan der unmenschlichen Flüchtlingspolitik der EU. Das Ergebnis sind selbstmörderische Fluchtmethoden – vor allem auf Kosten von verwundbaren Flüchtlingen: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, schwangere Frauen, Frauen mit Kindern. Doch um als Europa überlebensfähig zu bleiben, brauchen wir stattdessen eine offene, aufnahmebereite Gesellschaft, die allen populistischen anti-migrantischen Hetzern zum Trotz an den Werten Europas festhält.“

 

Der Preis erinnert an die evangelische Theologin Dorothee Sölle (1929 – 2003).
Als radikale Friedensaktivistin, als Kapitalismus- und Wohlstandskritikerin stand sie oft quer zu ihrer Kirche. In ihrer theologischen Arbeit reflektierte sie die spirituelle Dimension des Widerstandes gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung und setzte darin Zeichen der Hoffnung für gesellschaftliche und kirchliche Emanzipationsprozesse. „Sie hat nie einen religiösen Satz gedacht oder gesagt, den sie nicht auch abgetastet hätte nach seinen politischen Konsequenzen“, beschrieb der Theologe Fulbert Steffensky einmal den Ansatz seiner Frau Dorothee. Darin wurde sie zu einer wichtigen Inspiratorin der „Kirche von unten“.

 

Bernd Hans Göhrig
Bundesgeschäftsführer
 

 

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Kontakt: 

Wolf Gunter Brügmann-Friedeborn
IKvu-Sprecher
Fon: 069 – 76 27 39 

Fanny Dethloff
Mobil: 0173 - 955 26 08 

Bernd Hans Göhrig
IKvu-Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0179 – 52 44 075

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Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 37 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der Befreiungstheologie. 

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Ökumenisches Netzwerk Initiative Kirche von unten (IKvu)
Oscar-Romero-Haus, Heerstraße 205, 53111 Bonn