Dienstag, 23. Juli 2019

Alter Wein in neuen Schläuchen

Rassismus und Ausbeutung auf südafrikanischen Farmen

FACHTAGUNG für MultiplikatorInnen zum Fairen Handel
12. Dezember 2016, 10 bis 16 Uhr im WeltHaus Heidelberg

 

Auch gut 20 Jahre nach Ende der Apartheid befinden sich noch immer vier Fünftel der landwirtschaftlichen Flächen Südafrika in der Hand einer weißen Minderheit. Eine gerechte Umverteilung des Landes ist bislang nicht in Sicht, stattdessen bestehen auf den Farmen die Apartheidverhältnisse fort. Besonders in der Weinindustrie werden immer noch erhebliche Verstöße gegen die Menschenrechte der FarmarbeiterInnen gemeldet, welche nicht länger unbeachtet bleiben dürfen. Um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen zu verbessern, müssen konsequente Interventionen auf verschiedenen Ebenen eingeleitet, neue ethische Standards und Verhaltenskodizes definiert und strikt eingehalten werden. Nur so lässt sich ein fairer Vertrieb der südafrikanischen Weine in Zukunft sicherstellen.

Die Fachtagung für MultiplikatorInnen aus Weltläden und dem Fairen Handel will über die Situation auf südafrikanischen Farmen informieren. Der in Südafrika derzeit vielbeachtete Dokumentarfilm des dänischen Regisseurs Tom Heinemann „Bitter Grapes – Slavery in the Cape winelands“ setzt sich kritisch mit Weinfarmen auseinander und die Tagung will eine Plattform für Diskussion bieten. Ergänzen werden die Analysen von Simone Knapp und Boniface Mabanza, die in den letzten Jahren durch Vermittlung von südafrikanischen zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen und Gewerkschaften immer wieder FarmarbeiterInnen an ihren Arbeitsplätzen besucht haben und deren Situation aus eigener Anschauung kennen.

Die Tagung setzt auf die langjährigen Erfahrungen von MitarbeiterInnen der Weltläden und Fairhandelsorganisationen, die sie im Blick auf geltende Standards im Fairen Handel und die sich ergebenden Herausforderungen für deren Optimierung einbringen können. In diesem Zusammenhang soll darüber diskutiert werden, welche Strukturen für eine bessere Implementierung der Standards hilfreich sein können, was es zu ändern gilt und welchen Beitrag wir dazu leisten können. Am Ende soll ein Fragenkatalog stehen, der diejenigen unterstützen kann, die Wein in Südafrika einkaufen, um ihre Geschäftspartner in Südafrika auf die realen Probleme hinzuweisen und zu konkreten Lösungen beitragen zu können. Dieser Katalog soll aber auch über Südafrika hinaus für ähnliche strukturell bedingte Abhängigkeitsverhältnisse hilfreich sein, die vor allem auf Plantagen oder großen Farmen vorzufinden sind.

Die Veranstaltung findet im WeltHaus Heidelberg, 1. OG statt und ist für alle Teilnehmenden kostenlos. Ein vollständiges Programm finden Sie hier.

Anmeldungen bitte an Birgit.Albrecht@woek.de oder telefonisch unter 06221-4333616

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Herzliche Grüße
Simone Knapp

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Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika KASA
Im Welthaus Heidelberg | Willy-Brandt-Platz 5 | 69115 Heidelberg
Tel: +49 (0)6221-4333612 | Fax: +49 (0)6221-4333629

simone.knapp@kasa.de
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